Ich gebs auf...

VDE-Vorschriften für Elektro und Elektronik

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Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon cmyk61 am Mittwoch 27. Juni 2012, 13:55

Hallo zusammen,

nachdem ich hier im Betrieb versucht habe auf all die Missstände und Versäumnisse (hinsichtlich VDE, BGV, TRBS, Masch.-Richtlinie usw.) hinzuweisen, diskutiert habe, versucht habe Änderungen herbei zu führen, und immer auf massiven, ignorranten Widerstand gestoßen bin habe ich beschlossen aufzugeben.
Ich möchte mich aber rückversichern und jegliche Verantwortung für irgendwelche Organisationsverschulden, fachliche Fehler etc pp abgeben.
Hat jemand einen Vorschlag wie ich künftig auf Arbeitsanweisungen im elektrotechnischen Bereich reagieren soll?
Diese Arbeitsanweisungen stammen IMMER von NICHT-EFKs. Ich bin hier einer der wenigen höher qualifizierten EFKs (Meister) und habe nichts, aber auch garnichts zu melden.
Aber im Falle eines Falles (wenn mal die Staatsanwaltschaft vor der Tür steht) will ich auf die Frage: warum haben sie nichts gesag (hingewiesen, angemahnt, ...) kontern können: hier, habe ich!
Blos wie formuliere ich ein solches Schriftstück möglichst treffend und rechtssicher?

Gruß
cmyk61
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon anders am Mittwoch 27. Juni 2012, 14:29

ich ein solches Schriftstück
Nicht eines, sondern für jeden Fall eines.
Und diese an die Geschäftsleitung adressieren und in Anwesenheit von Zeugen abgeben.
Die GL ist letzlich dafür verantwortlich, was in ihrem Laden passiert und muß für Abhilfe sorgen.
Wenn du ein gefährliches Gerät stillgelegt hast, und eine (wirklich!) leitende Persönlichkeit verlangt von dir, es wieder in Betrieb zu nehmen, dann lass dir das schriftlich und von der GL unterschrieben geben.
Du wirst dich wundern, was dann alles nicht stattfindet.

Natürlich kann man dir damit drohen daß, du dir die Papiere holen kannst, aber dann hast du immer noch das Argument, daß du keine Lust hast anstelle dieses Häuptlings in den Knast zu gehen.

Im Notfall bleibt ja noch die Meldung an die BG oder eine andere Aufsichtsbehörde, die dann u.U. für einen jähen Stopp der Vorgänge sorgt, so wie es unlängst bei einer Großbäckerei geschah.
anders
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon cmyk61 am Mittwoch 27. Juni 2012, 15:23

Hallo "anders",

BG kannste knicken: Öffentlicher Dienst - die zuständige ^^ Versicherung hat null Plan. Alles läuft zäh wie Kaugummi. Personalrat und Sifa sind zahnlose Tiger.
Andere Kontrollorgane (Gewerbeaufsicht) sitzen im gleichen Boot wie die Verwaltung - sprich: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Traurige Wahrheit.
Tropsdem danke für die Anwort. Das mit dem Schreiben werde ich so umsetzen... nur die Formulierungen - über denen brüte ich noch.

Gruß
cmyk61
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon Bernd am Mittwoch 27. Juni 2012, 17:12

Moin moin

in der Betriebssicherheitsverordnung stehts doch : der Chef ist verantwortlich für ALLES! Er kann die Verantwortung delegieren, Bestellungen usw. Tut er es nicht und es passiert was ist er dran, u. a. wegen Organisationsverschulden. Die Vefk sollte dies wissen.

gruß

bernd
Zuletzt geändert von Bernd am Mittwoch 27. Juni 2012, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon BernhardS am Mittwoch 27. Juni 2012, 17:49

Hallo,

die Betriebsstättensicherheitsverordnung bestimmt, daß für jeden typischen Arbeitsbereich und für jede typische Arbeit eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen ist.
Wenn Du für eine Arbeit oder für einen Arbeitsbereich verantwortlich bist, dann musst Du solche Gefährdungsbeurteilungen erstellen. Also die typischen Gefährdungen auflisten und technische oder administrative Maßnahmen festlegen. Hilfestellung dazu bekommt man von der BG.
Danach musst Du Deine Leute unterweisen und das dokumentieren.

Wenn euer Betrieb das nicht macht, dann ist es für den Chef riskanter als für Dich.
Der Chef kann nämlich nur die Aufgabenverantwortung deligieren - und selbst da trägt er weiterhin Verantwortung dafür, daß er die richtigen Leute beauftragt hat, ihnen die Mittel gegeben hat, kontrolliert hat ob seine Weisung befolgt wird etc.
Die Rechtfertigungsverantwortung bleibt aber immer und ausschließlich bei ihm!!

Bernhard
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon der mit den kurzen Armen am Mittwoch 27. Juni 2012, 17:56

Auch in Deiner Firma sollte es eine Verantwortliche Elektrofachkraft geben! Noch etwas Verantwortung ist nicht delegierbar. Weisungen die eine Anstiftung zu einer Straftat darstellen sind null und nichtig, da dran ändert auch die Schriftform nichts. Du kannst nur schriftlich die Ausführung mit dem Hinweis das daraus eine Straftat vorliegt ablehnen. Eine Anzeige bei der Berufsgenossenschaft können die auch nicht unter den Tisch fallen lassen!
Tippfehler sind vom Umtausch ausgeschlossen.
Arbeiten an Verteilern gehören in fachkundige Hände!
Sei Dir immer bewusst das von Deiner Arbeit das Leben und die Gesundheit anderer abhängen!
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon BernhardS am Mittwoch 27. Juni 2012, 19:38

Jetzt habe ich das nochmals durchgelesen. Ich glaube nicht, daß es möglich ist rückversichert aufzugeben.
Unser Rechtssystem kennt sowas nach meiner Einschätzung nicht.

Ich bin ja schon etwas älter und darf auch mal versuchen weise Ratschläge zu verteilen. Machen wir es kurz: Such Dir einen anderen Job. Wenn die Wertvorstellungen der Firma und Deine Wertvorstellungen von einer ordentlichen Arbeit so weit auseinanderhängen, dann wirst Du dort ewig unglücklich sein.
Der scheinbare Ausweg, das was der Arbeitspsychologe "freizeitorientierte Schonhaltung" nennt ist nicht Dein Ding. Ist überhaupt eher selten und man kann auch niemandem dazu raten. Nächsten Samstag drei Zeitungen kaufen und die Stellenanzeigen lesen ist besser.
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon cmyk61 am Mittwoch 27. Juni 2012, 19:59

@BernhardS

Städischer Eigenbetrieb mit über 600 MA davon knapp 50-60 EFKs.
Ich bin seit 20 Jahren dabei.
Meine aktuellen Qualifikationen (als Handwerksmeister, Fachrichtung Fernmeldetechnik) sind knapp 20 Jahre alt. Und ich bin etwas über 50 und nicht mehr der gesündeste - zumindest würde sich ein Personalchef schon fragen, ob ich überhaupt in die engere Wahl genommen werden sollte.
Das mit der Zeitung wäre logische Konsequenz wenn diese ganzen persönlichen Hemmnisse nicht wären.
Das mit der freizeitorientierten Schonhaltung ist schon lange ein Thema, welches mir gewogene Kollegen nahe legen. Das hat schon was von innerer Kündigung.
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon cmyk61 am Mittwoch 27. Juni 2012, 20:43

@der mit den kurzen Armen

vEFK gibts nicht und gabs noch nie seit wir Eigenbetrieb sind - seit 15 Jahren...
Da wir ein städtischer Eigenbetrieb sind ist BG Elektro nicht zuständig.
Gemeindeversicherung hat null Plan - und die Mühlen mahlen laaaaaaangsam...
Hier verlässt man sich noch auf das Wort der Verwaltung. Wenn die sagt dass alles ok ist, dann ist alles ok.
Da können wir an der Front noch so laut rufen...
Alles in allem sehr frustrierend. Doch ich weiß dass ich mit dieser Thematik nicht alleine bin.
Aber die Politik ist unfähig oder unwillens Abhilfe zu schaffen.

Die paar Arbeiter...
Zuletzt geändert von cmyk61 am Mittwoch 27. Juni 2012, 20:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon Walter am Mittwoch 27. Juni 2012, 21:47

Moin,

sei es BG, Gewerbeaufsichtsamt, Handwerkskammer, Innungen, Kreißhandwerkskammer, ... - verwalten sich allesamt selbst, auf Kosten der Zwangsbeitragszahler!

Bis die ihren A.... in Bewegung setzen, hat der Planet Erde Junge bekommen.

Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was für Pappnasen das Sagen und von Tuten und Blasen keinerlei Ahnung haben - die Medien sind gefragt!

Grüße
Walter
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon BernhardS am Donnerstag 28. Juni 2012, 06:18

die Medien sind gefragt

Bloß nicht.

Grundregel: sobald die Medien ins Spiel kommen ist keine vernünftige Lösung mehr möglich.

Im vorliegenden Fall ginge es dann nicht um die Sachen, sondern kurz um den Gesichtsverlust des Chefs und dann um den Gesichtsverlust derer, die für die Stellenbesetzung verantwortlich sind. Und die werden ihr Gesicht um jeden(!!) Preis wahren.

Also: Du bist knapp hinter 30 eingestiegen. Die Zustände waren nicht wesentlich anders als heute. Man hatte vielleicht etwas mehr Personal und nicht soviel organisatorischen Überbau an dem man sich abärgern kann - aber die fachlichen Mängel waren die selben.
Du bist kurz vor 40 nicht ausgestiegen. Die Ungänzen hast Du damals schon durchschaut und wärst am Arbeitsmarkt noch interessant gewesen, bist aber nicht gegangen. Klingt hart, aber mit dieser Entscheidung musst Du leben.

In den kommenden 10 Jahren wirst Du den Laden nicht umkrempeln. Und der Staatsanwalt wird nicht kommen. Ihr seid ja keine pakistanische Kohlemine mit 3 Toten pro Tag.

Mach was konkretes. Betrachte eine einzelne, ganz kleine Arbeit, nimm die Gefährdungen mal ganz konkret auf und stell sie technisch oder administrativ ab. Wenn das klein genug ist können die das nicht verhindern.
Mit der Zeit wird das dann mehr.
Zuletzt geändert von BernhardS am Donnerstag 28. Juni 2012, 06:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon Walter am Donnerstag 28. Juni 2012, 07:05

Moin Bernhard,

auch ohne Medien wird keine Lösung erreicht werden!

Aber sobald diese Brüder am Pranger in der Öffentlichkeit stehen, kommt Bewegung in die Sache!

Grüße
Walter
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon BernhardS am Donnerstag 28. Juni 2012, 10:51

Ich möchte aber nicht, daß der Fragesteller dabei unter die Räder kommt und habe daher eine individuelle Lösung vorgeschlagen. Ein Rat aus der Ferne ist schon wenig genug.
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Re: Ich gebs auf...

Neuer Beitragvon vefkensmann am Freitag 22. März 2013, 14:59

Hallo,

auch wenn dieser Beitrag schon etwas älter ist, möchte ich mich kurz für weitere "Suchende" dazu melden. Gerne stehe ich Ihnen für alle Rückfragen bezüglich dem Thema VEFK - Die verantwortliche Elektrofachkraft zur Verfügung. Nehmen Sie gerne über meine Webseite Kontakt mit mir auf. Eventuell finden Sie ja bereits über die Informationen auf der Webseite eine Antwort auf Ihre Frage.

Herzliche Grüße
Ralf Ensmann

http://www.ensmann.com
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