Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Fragen zu Messgeräten und zur Theorie in der Elektronik.
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Moderator: Moderatorengruppe

Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon anders am Samstag 1. August 2015, 12:47

ich habe 1966 bei einer Abteilungsauflösung auf Biggs Airforce Base ein Monster-Tek an Land gezogen. Der sollte angeblich 1000 MHz Bandbreite gehabt haben. Die Bandbreite wurde mit einem riesigen Kettenverstärker ( ich meine es waren 36 Stück 6AK5 verbaut) realisiert.
Wenn das Gerät 1966 ausgemustert wurde, wird es ja ein wenig älter gewesen sein.

Ich habe hier den Rindt von 1964 und darin gibt es einen Artikel "Fortschritte auf dem Gebiet der Elektronenstrahl-Oszillographen".
Dort wird (mit Quellenangabe) erwähnt, dass "zwar" Kettenverstärker mit Grenzfrequenzen von 300 bis 500 MHz gebaut wurden, die abgegebenen Spannungen dabei aber "höchstens einige Volt" betragen.
An Scopes mit dieser Technik wird der Tek 541/545 mit 30MHz Bandbreite und der Tek 581/585 mit 100MHz genannt. Bei letzterem wird auch die Bildhöhe von nur 4cm erwähnt.

Als Beispiel, was man mit steilen Trioden (E182CC=7119 und E188CC=7308) ohne Kettenverstärker erreicht, wird der HP175A mit mit 50MHz genannt, und es gab eine Applikationsschrift von Valvo für 40MHz mit der E810F.
Ungefähr 10 Jahre später bekam ich dann meinen Hameg 512-6, der ebenfalls 40MHz konnte, aber eben mit Transistoren.

Mit Transistoren 2N915 in der Endstufe wird damals der Einschub 76-01 des Dumont 755 mit 25MHz genannt.
Für die hochohmigen Eingangsstufen 5mV/cm wurden bei diesem Gerät aber noch Nuvistoren verwendet.
Offenbar hatte man bei der Entwicklung des Geräts noch keine JFETs zur Verfügung.

Bei den Sampling Scopes wurde eine aktuelle Obergrenze von 3000MHz mit dem Einschub 4S2 von Tektronix genannt, aber gebräuchlicher waren wohl der HP185B mir dem Zeikanaleinschub HP187B und 1000MHz und von Tektronix die Einschübe N, 3S76, 3T77 sowie die speziellen Sampling Scopes 567 und 661 mit dem Einschub 4S1 (1000MHz).
Als weitere Hersteller von Sampling Scopes werden Lumatron (Typ 112) und Ribet-Desjardins genannt.
anders
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon MartinM am Samstag 1. August 2015, 15:08

02.jpg


mit dem Teil wird ein alter 541, 545, 551 oder 555 ziemlich neugierig auf UHF.
1G sollte das noch anzeigen.

Erheblich schneller sind die S Köpfe, zB die Kombination 3S2 mit eingesteckten S4 und 3T2 in einem 564 o.ä.
S4 ist angegeben mit <25ps.

lG Martin
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon Erfinderlein am Sonntag 2. August 2015, 08:23

Hallo Martin,

erst mal danke für diese tolle Info! Aber Da muß ich schon fast sapperlot sagen; wieso weisst du so etwas und ich nicht ? Sowohl die Aussage, dass überall bei der Truppe diese 555 gestanden haben sollen, als auch die Geschichte der schönen Antwortanalyse verweise ich in das Reich des Jägerlateins. Da bist du sicherlich einem fleissigen Erzähler aufgesessen. Den 1S1 hat ein normaler Soldat sicher auch nie gesehen.
Dass es nach meiner Zeit sicherlich einzelne gab, die mit solcher Analyse spielten, kann ich mir schon vorstellen aber wozu dann den alten schweren 555 überall bei der Truppe.
Mir ist so ein Teil nie über den Weg gelaufen und wenn jemand behaupten kann fast alle Radargeräte und die gängige Meßtechnik kennengelernt zu haben, wer denn, wenn nicht unsereiner ?

1961 bis 1962 bei der Truppe FlaReg 4
1963 bis 1964 FlaS Rendsburg und Flugkörperlehrbataillon Aachen
1964 bis 1965 US Army Air Defence Center Fort Bliss Texas
1966 bis 1969 Raketenschule der Luftwaffe Fort Bliss Texas (mitaufgebaut)

Vom Mit-Aufbau der RakSLw USA über Lehrertätigkeit, Übersetzertätigkeiten für US-Fachlehrgänge bis hin zu Übersetzungstätigkeit der streng geheimen ECM ECCM Lehrgänge für unsere Offiziere war dank meiner Ermächtigung zu NATO Cosmic Top Secret da quasi alles drinn.Das eröffnete mir auch Gastaktivitäten in White Sands Msl Range. Ja ich weiß darüber spricht man nicht. Aber wenn ich beginne, deine Aussage anzuzweifeln, sollte man auch ein klein wenig Reputation dazu tun. Außerdem sind da viele Jahre ins Land gegangen.Auch wird der angesprochene Kettenverstärker weiterhin wohl nicht ans Tageslicht kommen. Das war noch ohne Sampling. Entschuldige wenn ich dich langweile.

Trotz dem einen schönen Sonntag!

Lothar

( Ehrentexaner )
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon Erfinderlein am Sonntag 2. August 2015, 08:44

Hallo Anders,

du schriebst:

Wenn das Gerät 1966 ausgemustert wurde, wird es ja ein wenig älter gewesen sein.


Nein, muß es nicht bedingungslos. Die B52 wurden woanders hin verlegt und Bigs war so gut wie tot. Die N.V. Leute hatten keine Vertragsverlängerung mehr und haben die Labors komplett aufgelöst. Besonders vom Gov. angeschaffte Gerätschaften unterliegen der Verwertung und konnten nur mit dem genehmigten Projekt aber nicht in andere Labors übertragen werden. So mußte die Kiste, da von niemanden angefordert, den Weg ins Property disposal nehmen und Beute eines Surplus buyers werden. Auch deren Dienstwagen habe ich für den Sohn meines Ra´s gekauft.

Schönen Sonntag zu Dir

Lothar
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon MartinM am Sonntag 2. August 2015, 15:58

hallo Lothar,

ich hab das von den Amerikanern bekommen woher sonst :wink:
Und das bezog sich auf stationär Radar, also nicht "überall in der Truppe". Die haben demnach die 555 in den Radarstationen benutzt die sie an Küsten stehen hatten. Im übrigen ist mir sowas eigentlich Wurst da ich von der gesammten US Army/Navy/Airforce keine gute Meinung habe, ich schätze die nur als Quelle für gute Gerätschaften, ansonsten - nein da will ich mich nicht zu äußern.

Damit zum Abschluß hier, ich hoffe der 465 wird repariert, eine Rückmeldung vom Themenersteller liegt mir nicht vor. Damit bin ich nun wieder verschwunden, es kann wieder etwas länger dauern bis ich hier wieder was schreibe. Dieses Forum hat eh keinen richtigen Bezug zu solchen Messgeräten hier gehts mehr um URI und Duspole, welche ich nicht unbedingt für sammelwürdig halte :mrgreen:

lg Martin
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon Erfinderlein am Sonntag 2. August 2015, 21:00

Ja Martin,

du hast es erkannt, ein Sammlerforum sind wir sicher nicht. Aber ein bunter Mischmasch aus verschiedenen Richtungen ganz bestimmt. Ich wollte mich nicht einmischen, dachte nur die Storry von den ominösen beiden Teilen könnte dich reizen. Damals war mein Interesse an der Kiste fast Null, was man heute deutlich höher einstufen kann. Aber so geht das manchmal. Ich wünsche dir noch viel Freude mit den Teilen.

LG Lothar
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon MartinM am Dienstag 4. August 2015, 09:08

hallo Lothar,

ich mach dir mal die Freude :wink:

6AK5 (Kleinpenthode, sharp cut off) in Ketten?

Schau mal in deine Geheimratsmappe,

Grumman Torpedobomber / Bordausrüstung / SONOBUOY ( mil.reg. R316A/ARR26* )
16 Kanaliger Freischwinger, RX mit temperiertem Oszillatorgehäuse und servoelektrischer Kanalumschaltung,
wobbelt man ihn mit dem SWOB III finden sich Frequenzen um 162MHz auf denen er hochempfindlich zuhört.
Die Eingangsstufe ist interessanterweise schon eine 6AK5, am mischteil sitzt eine 6AS6 dann kommt die lange Kette 6AK5 als ZF.
Das bescheinigt der kleinen Penthode, zumindest bei 200MHz noch eine gute Figur zu machen, dann ist aber definitiv Ende. Ein Kettenverstärker für 500MHz kann nur in einer niederohmigen Umgebung realisiert werden und das ist das Reich der Trioden, möglichst noch in Gitterbasisschaltung. Die Aussage daß nur wenige volt machbar sind passt gut dazu, es entsteht Leistung.

hier also die kleine 6AK5 Familie, funktioniert übrigends immernoch tadellos.

001.JPG


002.JPG


003.JPG


Ich werde das Radio etwas modifizieren und damit die Ortsrunde im 2m Band belauschen, das sollte problemlos machbar sein :sm12:

* mein Exemplar hat ein mod, dürfte andere Frequenzen haben als die US-Version. Gemäß seinem Tag ist es von der RCAF

lG Martin
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon Erfinderlein am Donnerstag 6. August 2015, 07:30

Danke Martin,

ist ein tolles Gerätchen. So was tauchte in unserem Property Disposal leider nicht auf. Das Signal C. hat seinen Surplus zerschlagen und in der Wüste verscharrt.

Gute Zeit und bleib xund !

Lothar
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon MartinM am Donnerstag 6. August 2015, 17:36

hallo Lothar,

Wüste Surplus: = Indianer, "Black Hole Surplus" in Los Alamos, Nevada
da gibts lauter tolle Sachen zum basteln :wink: (Solltest die Sachen aber vor Gebrauch mal mit dem Geigerzähler begutachten, in seltenen Fällen ist da was ..) leider sind die Transportkosten hierher außerirdisch, hinzu kommt noch der Zoll. Lohnt also nur bei echten Schätzchen die man unbedingt haben möchte.

Sonobuoy: zu dem Radio gehören Sende-Bojen die abgeworfen wurden. Sie haben ein Unterwassermikrofon.
Das diente zum aufspüren von Ubooten. So eine Boje hab ich leider nicht. Der Empfänger an sich ist aber sehr reizvoll, er hat ein sehr weitläufiges AFC und kann einem nicht stabilen sender gut folgen.
Wie die das ausgewertet haben weis ich nicht genau, hab aber gelesen es gab auch sowas wie Schreiber dazu.

lG Martin
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon Erfinderlein am Donnerstag 6. August 2015, 19:59

Ja Martin,

darüber braucht man eigentlich gar nicht nachdenken. Für mich zählte das Zeug damals zum Umzugsgut und wurde im Container vors Haus gekarrt. Eingekauft habe ich als registrierter Surplusbuyer. Fällt mir gerade ein habe mich damals beim US DOD gar nicht abgemeldet. Der Freibrief für Leckerbissen aus dem Property Disposal war der Materialentnahmeschein einer Einheit, der allerdings auf "To make up training aids" lauten mußte. So was hatte man immer unterschrieben und gestempelt in der Tasche. Eine Entnahme zur Teileentnahme "to make up for shortages" war strikt gegen die Regulations. Dabei flog da nagelneues Material ins disposal welches der Computer mit der Begründung "keine Bewegung" ausgemustert hatte.War schwer verständlich.

Schönen Abend noch!

Lothar
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Re: Reparatur von Oszilloskop Tektronix 465

Neuer Beitragvon MartinM am Freitag 7. August 2015, 16:23

hallo Lothar,

das gabs auch hierzulande.
Er wurde ausgemustert wegen "out of service". Der war mal ein Vorzeigemodell von Tek, im Wert von mehreren Neuwagen. Jetzt ist er bei mir zuhause, die Reparatur dauerte eine halbe Stunde.

7844-1.jpg

der letzte analoge Dual Beam von Tek, mit richtig viel Zubehör und seinen Büchern. 400MHz cal.
optionen hat er , dedicated slots + blau. Das Ding unten in der Ablage ist seine Polaroidkamera für Nachweisführung :sm12:

lG Martin
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