Probleme mit Netzteil

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Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon Jacks am Sonntag 4. September 2016, 12:27

Hallo!

Erbitte um eure fachmänische Beurteilung der Lage:

Ich habe hier den Mikrofonvorverstärker TB202 von SmProAudio. Das Teil hat ein separates Netzteil. Leider geht das Gerät nur jedes zweite Mal an, bzw. jetzt hat es völlig den Geist aufgegeben. Das Netzteil selbst scheint die vorgegebenen Spannungen zu liefern. Es soll +48V, +15V, -15V und +12V liefern. Mit Ausnahme der Phantomspeisung, wo es anstatt der +48V, +42V liefert, messe ich die oben angegebenen Spannungen. In wie weit die Abweichung bei der Phantomspeisung eine Rolle spielt, kann ich nicht beurteilen, wollte sie aber nicht unerwähnt lassen.

Das Netzteil liefert die Power sobald man den Netzstecker in die Dose steckt. Am Vorverstärker gibt es aber einen Einschaltknopf, der den Saft nach dem Betätigen freigibt.

Und jetzt aufgepasst: Wenn ich den Vorverstärker einschalte, dann passiert zwar äußerlich nichts, ich registriere aber einen Abfall bei allen Spannungen um ca. 30% im eingeschalteten Zustand.
Zusatzinfo: Im Vorverstärker gibt es Relais, die den Einschaltvorgang steuern (siehe Bild).

Liefert dieses Verhalten ein Hinweis darauf, dass etwas mit dem Netzteil nicht stimmt oder kann man das so daraus nicht schließen?

In diesem Zusammenhang ist es vielleicht wichtig zu erwähnen, dass der große Elko (63uF400V) die Spannung sofort nach dem Ausschalten verliert. Sofort heißt, ca. 1 min nach dem Ausschalten liefert er nur ca 1.5 V. Schneller kann ich die Messung nicht vornehemen ohne unvorsichtig zu sein, und das wollen wir nicht sein. Sollte so ein Elko die Spannung nicht länger halten?

Schaltpläne sind für dasTeil sind leider nicht aufzutreiben und laut Netz gibt die Company diese nicht raus.

Was meint Ihr dazu? Hört sich nach Netzteil an oder?

Grüße!

Robert.
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Jacks
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon BernhardS am Sonntag 4. September 2016, 15:54

Naja, es ist ein Schaltnetzteil und sollte die Spannungen eigentlich messen und nachregeln. Der Schaltregler hat einen sense Eingang, auf den bekommt er eine der Ausgangsspannungen und regelt die aus. In den allermeisten Fällen geht man dann davon aus, daß die anderen dann auch stimmen.
Aber jetzt da die relevanten Bauteile suchen und kritsich anschauen ..... hmmmm.

Oder die Belastung ist so hoch, daß er das nicht ausregeln kann. "Volle Pulle" sind dann eben die 30% weniger.

Wie schnell ein Elko die Ladung verliert hängt davon ab wieviel Strom man entnimmt. Das wissen wir jetzt aber nicht. Was bedeutet "abschalten"? Wird die Netzspannung abgeschaltet, dann würde der Schaltregeler halt noch so lange laufen wie er kann und den Elko leermachen. Oder wird die Niederspannungsseite unterbrochen?
Grundsätzlich macht ein gutes Netzteil den großen Kondensator aus Sicherheitsgründen aber leer.
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon Jacks am Sonntag 4. September 2016, 17:23

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Die Spannungen gehen in die Knie erst nach dem Einschalten des Vorverstärkers.
Als das Ganze noch funktioniert hat, hat man nach dem Betätigen des Einschalt-Knopfs das typisch Relais-Klack-Geräusch gehört, dann ging der Vorverstärker an, alle Kontrolllämpchen leuchteten auf. Jetzt bleibt das Relais nach dem Betätigen des Einschalt-Knopfs stumm und die Kontrolllämpchen aus, sprich das Gerät schaltet sich nicht ein, jedoch die Spannungen gehen in die Knie, das kann ich an dem Anschlussstecker im Inneren des Vorverstärker messen. Das ist was mich irritiert. Eigentlich sollte der Vorverstärker angehen. Der Saft wird netzseitig geliefert. Ich versuche erstmal nur einzugrenzen, welche Seite an dem Defekt schuld ist, der Vorverstärker oder das Netzteil. Mich macht es halt stutzig, wieso obwohl der Vorverstärker gar nicht angeht, die Spannungen nach dem Betätigen des Einschalt-Knops in die Knie gehen.
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon TsunDere am Dienstag 6. September 2016, 07:36

Die Fotos sind nicht sehr hilfreich. Bitte einmal die Unterseite des Netzteils fotografieren.
Und die Aufschrift des Bauteils am Kühlkörper ist auch interessant.
Ich ahne, dass da im Endeffekt nur eine der Ausgangsspannungen zur Spannungsregelung herangezogen wird. Nicht alle. Diese eine muesste dann stabil bleiben, während die anderen Spannungen einfach mitlaufen und daher auch ggf lastabhängigen Schwankungen unterworfen sind.
Weiterhin ist die Ausage 30% zu unpräzise.
Ausserdem hat es da offenbar eine Vakuumroehre in der Schaltung, deren Type interessant waere. Allein die fuer sie aufzubringende Heizleistung koennte einiges der Leistungsfaehigkeit des Netzteils beanspruchen. (vermuten wir mal ECC82 : 12.6V 0.15A ueber Pins 4/5)
In wie weit es gefahrlos moeglich ist sie zu ziehen um diese Last zu nehmen und so zu klaeren, ob das Netzteil durch ausgetrocknete Elkos schwachbruestig wurde, kann ich nicht beurteilen
Welche Belastbarkeit der Einzelspannungen ist fuer das Netzteil angegeben. Meist steht das auf dem Gehaeusedeckel. Weiterhin wie verhaelt sich das Netzteil wenn du es mit einem Föhn erwaermst.

Interessant auch; Bilder und Anleitung der TB 202 die ich im Internet fand zeigen Rueckseitig den Anschluss fuer eine einzelne 17V Wechselspannung ( konventioneller Netztrafo). Innenfotos zeigen, dass die anderen noetigen Spannungen neuerdings (alterdings?) intern im Rack erzeugt werden.
Hier wurde die Spannungserzeugung offenbar ausgelagert.

Der 68u 400V Netzelko wird ziemlich sicher ueber einen Bleeder Resistor entladen, doch wuerde ich dem nicht weniger als 470k zusprechen. Eher 1 Meg.
Im Leerlauf des Netzteils sollte der also nicht sofort nach Abschalten der Spannung einknicken.
Und nur nebenbei; fuer geafhrloses Messen unter Spannung hat man Verbindungsleitungen mit einseitigen Krokoklemmen erfunden; Krokoklemme auf die Messspitzen, Leitungsende an den Elko geloetet.- Freihaendiges Messen par Excellence. Kein Stochern im Nebel usw.
Und wer keine Krokoklemmen hat, und auch keine zumDMM passenden Bananenstecker, koennte, sofern er die Messspitzen seines DMM nicht ganz so schaetzt, auch Litze mit Luesterklemmen an die Messpitzen drantudeln.
Es gaebe also durchaus gefahrlose Wege zeitnah oder in Realzeit zu messen.
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(S.L. Clemens)
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon Jacks am Dienstag 6. September 2016, 17:57

TsunDere hat geschrieben:...


Danke für deinen Input! Ich habe mittlerweile in einem anderen Forum einen Strang gefunden, wo genau das gleiche Problem behandelt wird. Irgendwie ist es mir bei meiner ersten Google-Recherche durch den Lappen gegangen:
http://www.energyrecording.de/viewtopic.php?f=9&t=1882

Anscheinend gab's/gibt's zahlreiche Probleme mit dem Netzteil zu diesem Preamp, weshalb auch Thomann ihn seinerzeit aus dem Programm genommen hat. Der Hersteller hat zwar reagiert und hat dann bessere Netzteile gebaut, eben die von dir erwähnten 17V-Netzteile aber es sind eine Menge Geräte mit 15V-Netzteilen ausgeliefert worden.

Um auf den Punkt zu kommen: Es muss wohl ein Designfehler hier vorliegen, weil die Elkos in dem Netzteil nach einer Zeit reihenweise den Geist aufgeben. Da ich mittlerweile einen kleinen Vorrat an Elkos angesammelt habe, konnte ich die meisten tauschen. Bin gerade damit fertig geworden. Mit dem Ergebnis, dass das Teilchen wieder einwandfrei läuft. Mal sehen wie lange :lol:

Danke für eure Hilfe und bestimmt bis demnächst!

R.
Jacks
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon TsunDere am Mittwoch 7. September 2016, 15:37

Schoen dass du von deine
Crossposting berichtest, nachdem dein Problem geloest wurde.
Da haette ich mir die Antworten sparen koennen.

Aber jetzt weiss ich Bescheid. Ich werde Dir in Zukunft nicht mehr helfen. Und ich denke andere die dies hier lesen werden meine Ansicht teilen.
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon Jacks am Mittwoch 7. September 2016, 17:31

TsunDere hat geschrieben:Schoen dass du von deine
Crossposting berichtest, nachdem dein Problem geloest wurde.
Da haette ich mir die Antworten sparen koennen.

Aber jetzt weiss ich Bescheid. Ich werde Dir in Zukunft nicht mehr helfen. Und ich denke andere die dies hier lesen werden meine Ansicht teilen.


Also jetzt mal ganz sachlich, wo habe ich den etwas crossgepostet??? :roll: Der Thread in dem anderen Forum stammt doch nicht von mir und ich habe dort auch nichts gepostet. Ich habe, nach dem ich hier nicht weiter gekommen bin (kein Vorwurf), mich einfach weiter umgeschaut und bin findig geworden. Das wollte ich hier auch mitteilen, damit sich hilfsbereite Leute wie du, nicht weiter den Kopf zerbrechen müssen, und auch weil der Ausgang der Sache den einen oder anderen interessieren könnte. Wenn dich das beleidigt, dann kann ich das nur schade finden.
Zuletzt geändert von Jacks am Mittwoch 7. September 2016, 17:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon BernhardS am Donnerstag 8. September 2016, 05:19

TsunDere hat geschrieben:Und ich denke andere die dies hier lesen werden meine Ansicht teilen.
Nöö...
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon ELW 2 am Donnerstag 8. September 2016, 08:37

TsunDere hat geschrieben:Und ich denke andere die dies hier lesen werden meine Ansicht teilen.


Ne ich teile deine Meinung auch nicht. Es war kein crossposting. Und auch mir ist es schon mal passiert, das ich erst beim dritten mal googeln das gefunden haben, was ich gesucht habe.
Finde es völlig legitim es zu verlinken. :sm12:
MFG
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Re: Probleme mit Netzteil

Neuer Beitragvon Martin1123 am Samstag 17. September 2016, 05:56

Das ist schon dreist hier in einem Thread Werbung einzubauen. Habe ich zu den Fischen geschickt.

Allen ein schönes Wochenende

Lothar
Zuletzt geändert von Erfinderlein am Samstag 17. September 2016, 06:42, insgesamt 1-mal geändert.
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